• Aktualisiert am 10.07.2019 Fankfurter allgemeine

Monaco präsentiert sein 5G-Netz. Die Feuerwehr will damit das Fürstentum mit Drohnenbildern in Echtzeit überwachen. Bild: AFP

Monaco ist klein. Da fällt es leicht, schon jetzt schnellen Mobilfunk flächendeckend anzubieten. Die Technik stammt von Huawei.

Während in den meisten Ländern Europas noch um den Ausbau des ultraschnellen mobilen Internets gerungen wird, sieht sich Monaco als Vorreiter: Das Fürstentum erklärte sich zum „ersten Staat mit flächendeckendem 5G“. Monaco setzt dabei ganz auf Technologie des umstrittenen chinesischen Huawei-Konzerns.

Mit 5G gehe das „Versprechen einer besseren Lebensqualität für alle einher“, sagte der Digitalbeauftragte von Monaco, Frédéric Genta, an die knapp 40.000 Bewohner gerichtet. Unter anderem will die Feuerwehr des Fürstentums den neuen Standard nutzen. Sie will mit von Drohnen gelieferten Bildern das Territorium in Größe von gerade mal gut 200 Fußballfeldern in Echtzeit überwachen.

An der Auftaktveranstaltung nahm auch der Vizepräsident von Huawei, Guo Ping, teil. Monaco diene dem Telekommunikationsausrüster als „Aushängeschild“, sagte er.

Huawei war zuletzt durch die Vereinigten Staaten unter Rechtfertigungsdruck geraten. Dort gibt es Vorwürfe, der Konzern könne seine technischen Möglichkeiten für Spionageaktivitäten nutzen oder der Führung in Peking zur Verfügung stellen.

Die Bevölkerung von Monaco scheint es hingegen mit 5G nicht allzu eilig zu haben. „Die Technologie ist zwar interessant, aber auch 4G hat ein gutes Signal, für mich reicht das“, sagte etwa der Bewohner Mickaël. Thierry, ebenfalls aus Monaco, sieht es ähnlich: „Ich habe 4G, das ist für mich schon mehr, als ich brauche“, sagte er.